Symposium: The Artist of the Future
A Symposium by the Ferruccio Busoni International Piano Competition
Programm:
9:30 The Artist of the Future: a Pedagogical Artist?
Prof. Paolo Somigli, PhD (Freie Universtität Bozen)
9:40 The Global Neutral Style
Josu de Solaun (Pianist)
10:00 Winning a Competition: What Does it Mean?
Yifan Wu (Pianist) & Josu de Solaun & Andrea Penna (Journalist)
— 10:30 Coffee Break —
10:50 The Next Generation of Interpreters
Masashi Nishimaki (Künstlerischer Leiter Toppan Hall Tokyo)
11:10 Beyond Online and Offline: Hayato Sumino (Cateen)
Shannen Liu-Kotow (Managing Director Liu Kotow Artists)
11:30 La prossima generazione degli interpreti vista dall’Italia
Rita Virgili (Gioventù Musicale Italia) & Andrea Penna
— 11:50 Lunch Break —
16:00 Shaping the Identity of the Future Artist Through Media
Serena Bortone (Journalistin) & Andrea Penna
16:30 The Scientist as a Musician: Mathematics and Music
Kit Armstrong (Pianist)
— 17:00 Coffee Break —
17:20 Classical music is not dying: it has never been alive
Lucas Debargue (Pianist)
17:30 Classical Music is as Vivid as Ever
Martin Cullingford (Gramophone chief editor)
17:50 Our Own Future as Artists
Yifan Wu & Nikola Meeuwsen (Pianist) & Martin Cullingford
Warum ein Symposium zum Thema „The Artist of the Future“?
Die Finalrunden des 66. Busoni-Klavierwettbewerbs führten nicht nur zur Vergabe des Ersten Preises, sondern auch zu einer angeregten Debatte über die Zukunft musikalischer Interpretation. Der spätere Sieger Yifan Wu überraschte mit ungewöhnlichen künstlerischen Entscheidungen: Er verband Werke miteinander, integrierte improvisatorische Elemente und verlieh seinem Programm eine deutlich persönliche Handschrift.
Das Ergebnis war künstlerisch überzeugend und löste zugleich intensive Diskussionen aus. Dürfen Wettbewerbsteilnehmer derart individuelle Akzente setzen? Wie viel persönliche Freiheit verträgt ein Wettbewerb, der Fairness und Vergleichbarkeit gewährleisten soll? Die Jury in Bozen entschied sich bewusst dafür, Yifan Wus künstlerische Eigenständigkeit anzuerkennen, und zeichnete ihn mit dem Ersten Preis aus. In der Folge passte der Wettbewerb sogar sein Reglement an und schuf mehr Raum für Interpretation, Improvisation und kreative Freiheit.
Diese Entscheidung wirft eine grundsätzliche Frage auf: Welche Zukunft wünschen wir uns für die klassische Musik?
Der Pianist und Juror Josu de Solaun beschrieb in einem viel diskutierten Essay die Dominanz eines von ihm sogenannten „Global Neutral Style“ – eines international standardisierten Interpretationsansatzes, der technische Perfektion oft höher bewertet als Individualität, Risiko und persönliche Aussagekraft. Er plädiert für eine Rückbesinnung auf Kreativität, künstlerische Persönlichkeit und die Akzeptanz von Unvollkommenheit als Voraussetzung authentischen Ausdrucks. Ähnliche Gedanken formulierte auch sein Jurykollege Lucas Debargue.
Die Busoni-Mahler-Stiftung versteht sich seit jeher als Plattform für die Zukunft der Klavierkunst. Mit dem Symposium „The Artist of the Future“ möchten wir die in Bozen angestoßene Debatte weiterführen und um Perspektiven aus unterschiedlichen Bereichen des Musiklebens erweitern. Zu den Gästen zählen unter anderem Kit Armstrong, Marc Cullingford (Gramophone), Masashi Nishimaki (Künstlerischer Direktor der Toppan Hall Tokyo), Shannen Liu (Agentin des Pianisten Cateen) sowie zahlreiche weitere Künstlerinnen, Künstler und Kulturschaffende.
Ausgangspunkt der Diskussion ist das Klavier. Die Fragen, die dabei verhandelt werden, betreffen jedoch die klassische Musik insgesamt – und letztlich die Rolle von Kunst und künstlerischer Persönlichkeit in einer zunehmend globalisierten Welt.
Freier Eintritt
Das Symposium wird live übertragen: www.giornaledellamusica.it/streaming
Es wird sowohl im Veranstaltungssaal als auch im Livestream eine Simultanübersetzung in alle Sprachen angeboten. Für die Nutzung dieser vor Ort werden ein eigenes Smartphone sowie Kopfhörer benötigt.

